Montag, 15. Januar 2018

Wohin führt dein Weg?

Heute geht es mal nicht um unser neues Familienmitglied.
Ich hatte am Freitagabend ein aufschlussreiches Gespräch mit meinem Jüngsten. Er steht momentan sehr unter Druck, weil er im Herbst auf eine neue Schule geht und wir in diesem Halbjahr entscheiden müssen, für welche Schulart er sich entscheiden möchte. Soll er aufs Gymnasium oder doch lieber den scheinbar sichereren Weg über die Gesamtschule nehmen?
Seit Jahren war eigentlich klar, dass der kleine Kunz aufs Gymmi will. Er hat sich seine Wunschschule schon angeschaut und fand sie auch okay.
Jetzt wissen wir alle, wie hoch die Anforderungen an den Schulen sind. Wenn man nicht der totale Überflieger ist, wird es an einigen öffentlichen Schulen schwer, überhaupt einen Platz zu ergattern. Hinzu kommt, dass beim Übergang nur die Hauptfächer bewertet werden.
Mein Sohn hat gute bis sehr gute Noten, allerdings ist er in den Hautfächern eher ein Zweier-Kanditat. In den Naturwissenschaften steht er sehr gut da, aber die zählen ja nicht wirklich.
Jetzt macht er sich Gedanken darüber, ob er es am Gymmi überhaupt schafft. Alle Versuche meinerseits, ihm Mut zu machen und ihn von den Vorteilen eines Gymnasiums zu überzeugen, scheinen momentan fehlzuschlagen.
Am Freitag erhielt ich dann den ultimativen Schlag in die Magengrube. Wenn ich daran denke, dreht sich mir jetzt noch der Magen vor Wut um. Der kleine Kunz erklärte mir doch glatt, seine Lehrerin hätte ihm geraten, dass er mit seinen guten Noten an der Gesamtschule besser aufgehoben sei. Das Gymnasium sollte doch besser den "Überfliegern" vorbehalten bleiben.
Jetzt handelt es sich bei der besagten Pädagogin nicht einmal um seine Klassenlehrerin und eigentlich kann er sie auch nicht besonders leiden, weil sie wohl eine sehr eigenwillige Unterrichtsführung hat.
Jetzt frage ich mich ernsthaft, was diese Person dazu befähigt, meinem Sohn einen solchen Ratschlag zu erteilen.
Mein Kleiner ist ein sehr guter Schüler, er lernt schnell und ist bereit, für die Schule zu arbeiten. Allerdings zweifelt er oft an seinen Fähigkeiten. Völlig grundlos, meiner Meinung nach, aber wenn das Gefühl da ist, muss man sich damit auseinandersetzen.
Sein Bericht endete in einer hitzigen Diskussion, weil ich nicht verstand, dass er dieser Lehrerin mehr Glauben schenkte als mir. Meine Aussage, dass ich als seine Mutter doch besser wüsste, wozu er fähig sei, wurde mit einer Handbewegung und einem Schnauben beiseite gewischt. "Du bist meine Mutter, du musst mich gut finden! Die Lehrerin weiß es aber besser, schließlich ist das ja ihr Beruf!"
Bei solchen Aussagen falle ich echt vom Glauben ab. Das sagte ich ihm auch.
Wir redeten eine Weile aneinander vorbei und mein Sohn meinte dann, ich würde ja doch nur meine Meinung durchsetzen wollen.
Er versteht nicht, dass ich keine Ausbildung brauche, um zu wissen, dass er sehr wohl in der Lage ist, am Gymmi zu bestehen. Es geht auch nicht darum, dass ich das für mein Ego brauche. Mein Großer ist auf einer Gesamtschule, dort ist er sehr glücklich und das ist gut so. Dazu muss man allerdings wissen, dass er eher gelassen ist, was dieses Thema anbelangt. Er lernt nicht gern und Schule war noch nie sein Ding. Sein Ehrgeiz diesbezüglich hält sich in Grenzen.
Der kleine Kunz ist aber das ganze Gegenteil. Er ist sehr ehrgeizig und bis vor kurzem war für ihn ganz klar, dass er später studieren möchte.
Jetzt kämpfe ich mit mir, ob ich ihm nachgeben soll, weil er meint, den vermeintlich leichteren Weg gehen zu wollen oder versuche ich weiter ihn davon zu überzeugen, dass er am Gymnasium besser aufgehoben ist?
Ich bin ratlos. Falls jemand einen guten Tipp für mich hat, her damit. Ich bin für alle Vorschläge offen.

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Auf den Hund gekommen

Zuerst möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich dieses Jahr kaum auf Weihnachtsgrüße reagiert habe.
Wir  befinden uns aktuell im Ausnahmezustand. Allerdings im positiven Sinne. Vor einer Woche ist Ella bei uns eingezogen und stellt unser Leben total auf den Kopf. Sie ist erst zehn Wochen alt und wirklich zuckersüß, da fällt es oft besonderes schwer, konsequent zu sein.
In den ersten beiden Tagen bestand sie darauf, vor die Tür getragen zu werden. Sie saß wie eine Prinzessin auf ihrer Decke und konnte sich auf keinen Fall davon entfernen, weil der Boden Lava war. Also wurde sie getragen, weil wir die Flecken vermeiden wollten. Inzwischen geht sie freiwillig mit uns hinaus, auch wenn sie noch immer auf ihrer Decke wartet, bis sie die Leine angelegt bekommt. Eigentlich finde ich das gar nicht schlecht, angesichts der Tatsache, dass sie eine stattliche Größe erreichen wird. Wer will schon an der Haustür von einem Dobermann angesprungen werden ...

Wir haben also das Weihnachtsfest ganz gemütlich in Familie verbracht und selbst der Besuch bei der Schwägerin lief perfekt. Sie hat sich auf ihre Decke gelegt und alles still beobachtet.

Es ist schon erstaunlich, was so ein kleines Wesen mit Menschen macht. Alle finden sie süß und wollen mit ihr kuscheln... in einem Jahr sieht das wahrscheinlich anders aus... grins. Dabei weiß ich aus Erfahrung, dass Dobis große Kuscheltiere sind, wenn man sie lässt.
Ihr merkt schon, ich bin verliebt und über alle Maßen glücklich, endlich wieder eine Hundeschnauze in der Familie zu haben.

Dieses Weihnachtsfest war anders, als die bisherigen, die Geschenke waren fast Nebensache wir haben ganz viel Zeit miteinander verbracht und uns auf unsere Kleinfamilie konzentriert. Wir waren entspannt und haben viel zusammen gelacht. Ich habe es genossen, den Vierbeiner mit den Kindern zu sehen und freue mich jetzt auf unsere gemeinsame Zukunft.
Wenn ihr also demnächst weniger von mir hört, seht es mir nach. Unser Alltag erinnert mich ein wenig an die Zeit, als die Kids noch Babys waren, eine schöne aber anstrengende Zeit und ich freue mich schon auf die Zeit, wenn ich wieder durchschlafen kann ...